Compania
Gesicht verlieren um Gesicht zu zeigen
Compania




»…weniger ein Theater für den Kopf als vielmehr ein kräftiges Jahrmarktsspiel. Ein Theater das auch drinnen immer den Himmel spüren lässt.«
(Leipziger Volkszeitung)

Compania Sincara ist ein 2016 gegründetes Theaterkollektiv mit Basis in Leipzig. Der Name Sincara (von spanisch sin cara, »ohne Gesicht«) spielt auf die Theaterarbeit mit Masken und Figuren an, durch die sich die Compagnie auszeichnet.

Das Spiel mit Masken und Improvisation ermöglicht Akteuren wie Publikum, individuell Gesicht zu »verlieren«, die eigene Individualität zurückzunehmen, um kollektiv Gesicht zu »zeigen«, in größeren Zusammenhängen aufzugehen.

Die Anfänge unserer Theaterarbeit liegen im Institut für Theaterwissenschaft an der Universität Leipzig, wobei Gerda Baumbach als Lehrerin und ihre Theatergeschichtsforschung maßgeblich waren. Neben Rico Dietzmeyer, Capocomico (Chefschauspieler) der Compania, Maskenbauerin Franziska Schubert und Produktionsleiter Christoph Püngel, die zusammen bei Gerda Baumbach lernten, gehören zur Compania Bühnenbauerin Lisa-Maria Totzke sowie die Schauspieler*innen Felicitas Erben, Eric Schellenberger und Marie Wolff, die Musiker Laurenz Welten und Anselm Vollprecht, Dramaturgin Julia Hagen und Techniker David Wolfrum, die in teils wechselnder Besetzung an unseren Produktionen beteiligt sind. Das Kollektiv wird außerdem regelmäßig durch Gäste verstärkt.

Compania Sincara arbeitet in der Tradition der Commedia all’improvviso und von Theatermachern wie Vsevolod Meyerhold, Benno Besson, Dario Fo, Ariane Mnouchkine mit ihrem Théâtre du Soleil. Auf deren Schleichwegen versucht die Compania, das historisch wie gegenwärtig ins Hintertreffen geratene Verhältnis zwischen Schauspielern und Publikum auf anarchisch-spielerische Weise wiederherzustellen.

Jedes Stück wird in einem kollektiven Arbeitsprozess erarbeitet und lässt unsichtbare Welten sehbar werden, Welten voll von Figuren und Geschichten, die etwas über das Menschsein erzählen. In ihrem spielerischen Umgang mit neuen und alten, experimentellen und historischen Spiel- und Erzählweisen schafft Compania Sincara Theatererlebnisse voller Spielfreude und Poesie mit stetem Blick auf Gegenwart.

Gesicht verlieren, um Gesicht zu zeigen, das steht auch für einen politischen Anspruch, eine stete Auseinandersetzung mit gegenwärtigen Verhältnissen. Compania Sincara versteht sich als europäisch – mit einer fließenden Spielweise, die Genregrenzen durchbricht und sich nur schwer eindeutigen Kategorien zuordnen lässt.
Tourneen und Gastspiele führten uns durch Deutschland sowie nach Tschechien, Russland, Estland, Österreich und Ungarn, unter anderem zum int. Theaterfestival »MITEM« am Nationaltheater Budapest.


Preise und Nominierungen

2020 Leipziger Bewegungskunstpreis 2019 (Turandot)
2017 Nominierung für den Fritz-Wortelmann-Preis in der Kategorie prof. Nachwuchs (Don Q)
2017 Hauptpreis, sowie Preise für beste Masken & Kostüme, beste Schauspielerin/Schauspieler, beste Regie beim int. Theaterfestival »Progress Sopron 2017« in Sopron, Ungarn (Don Q)
2017 Preis für die beste Inszenierung beim int. Theaterfestival »Ljubitelivõ 2017« in Sillamäe, Estland (Don Q)
2017 Preis für die besten Masken und die innovativste Inszenierung des europ. Theaterfestivals »Theatre Revolution 6« 2017 in Tjumen, Russland (Don Q)
2017 Nominierung für den Leipziger Bewegungskunstpreis 2017 (Candide oder Die letzte aller möglichen Welten)
2016 Nominierung für den Leipziger Bewegungskunstpreis 2016 (Don Q)
2016 Deutscher Amateurtheaterpreis »amarena« (BDAT) in der Sparte Schauspiel (Die (Selbst)Natürlichen)